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Kurzgeschichte: Adventszauber im Einhornwald
Yumi backt Kekse, Momo stibitzt ein Herz, und dann klopfen zwei Wichtel an die Tür. Die Kurzgeschichte zum Vorlesen im Advent endet mit einem Päckchen, das bis Heiligabend zubleibt.
Es klopft. Wer steht da im Schnee?
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Im Einhornwald liegt ein Hauch von Adventszauber in der Luft. Yumi hat den ganzen Nachmittag in ihrer kleinen Küche gestanden. Sie hat den Teig ausgerollt und mit dem Vorderhuf Sternchen und Herzen hineingedrückt. Jetzt streut sie goldenen Glitzerzucker darüber, ganz langsam, damit kein Körnchen danebenfällt.
Neben ihr sitzt Momo auf dem Hocker und schaut zu. Sie schaut so genau hin wie auf ein Puzzle. „Stern, Herz, Stern, Herz“, murmelt sie, während Yumi die Kekse auf einem großen Teller anordnet. „Das ist eine schöne Reihe.“
„Gleich wird sie noch schöner“, sagt Yumi. „Ich hole die Tassen.“ Sie deckt den Tisch, wie sie es immer tut, wenn ein Fest in der Luft liegt. Zwei Tassen für sich und Momo. Dann noch zwei. „Für wen sind die?“, fragt Momo. „Man weiß nie, wer noch vorbeikommt“, sagt Yumi und freut sich schon darauf.
Dann dreht sie sich zum Herd, um die Milch für die heiße Schokolade aufzusetzen. Als sie sich wieder umdreht, fehlt ein Herz. Momo kaut und schaut an die Decke, so unschuldig wie möglich. Auf ihrer Nase glitzert Zucker.
„Du kleine Keksdiebin!“, lacht Yumi. „Das Herz ist von allein gesprungen“, sagt Momo. Yumi lässt ihr den Keks und schiebt ihr gleich noch einen Stern zu.
Adventszauber am Fenster
Später brennt die Adventskerze auf der Fensterbank. Yumi kuschelt sich mit einer Decke in ihren Lieblingssessel, Momo rollt sich auf dem Kissen daneben zusammen. Draußen fällt Schnee. Die Flocken sehen aus wie Glitzerzucker, den jemand vom Himmel streut. Mit jedem Bissen spürt Yumi, wie die Vorfreude auf Weihnachten ihr Herz wärmt.
Es klopft
Plötzlich klopft es. Erst leise, dann noch einmal. Yumi und Momo sehen sich an. „Hast du jemanden eingeladen?“, flüstert Momo. Yumi schüttelt den Kopf, doch ihre Ohren stellen sich auf. Sie schiebt die Decke beiseite und öffnet die Tür einen Spalt.
Schnee weht herein. Auf der Schwelle stehen zwei kleine Wichtel in dicken Mänteln, die Zipfelmützen voller Flocken, jeder mit einem Geschenkesack auf dem Rücken. „Entschuldigt die Störung“, sagt der ältere Wichtel höflich. „Wir haben uns im Schneesturm verirrt. Dürfen wir uns kurz aufwärmen?“
„Aber ja! Kommt herein!“, ruft Yumi und macht die Tür ganz auf. Der Duft von frischen Keksen und Tannenzweigen empfängt die beiden in der warmen Stube. Momo zählt die Tassen auf dem Tisch. „Vier“, sagt sie leise. „Zwei Einhörner, zwei Wichtel. Jetzt passt es.“
Yumi füllt die Tassen mit heißer Schokolade. Momo schiebt den Keksteller zu den Wichteln hinüber. In der Reihe fehlt noch immer ein Herz, aber danach fragt niemand. Momo schaut an die Decke. Der jüngere Wichtel hält einen Stern ins Kerzenlicht, bevor er hineinbeißt, und strahlt.
Das Päckchen auf der Fensterbank
Nach einer Weile holen die Wichtel kleine Päckchen aus ihren Säcken. „Wir wollten uns bei euch bedanken“, sagt der jüngere Wichtel und reicht Yumi ein verziertes Päckchen. „Öffnet es an Heiligabend. Darin steckt ein Hauch Weihnachtsmagie.“
Yumi bringt vor Freude kein Wort heraus. Dann sagt sie leise: „Danke. Das ist das schönste Geschenk, das wir je bekommen haben.“
Als die Wichtel sich verabschieden, steht der Mond besonders hell über dem Einhornwald. Die Schneeflocken tanzen wie funkelnde Sterne. Yumi und Momo sehen den beiden eine Weile nach. Dann stellt Yumi das Päckchen auf die Fensterbank, neben die Kerze und den Teller mit den letzten Keksen.

Momo legt das Ohr ans Papier und lauscht. „Es raschelt“, flüstert sie. „Ein Rätsel. Mein liebstes.“ Dann hebt sie den Kopf. „Ich habe noch eins. Was wird mehr, wenn man es teilt?“
Yumi überlegt. „Kekse nicht. Die werden weniger.“ Momo grinst und sagt nichts dazu. Yumi schaut auf die vier Tassen, auf die Kerze, auf den Schnee draußen. „Der Adventszauber?“, fragt sie. „Er ist noch schöner, wenn man ihn teilt.“
Momo nickt. „Das war meine Lösung auch.“ Sie legt das Ohr wieder ans Päckchen. Draußen schneit es weiter. Was darin steckt, wissen die beiden erst an Heiligabend. Bis dahin raschelt es nur ein bisschen.
So liest du die Kurzgeschichte vor
Plane für das Vorlesen etwa fünf Minuten ein. Nach „Es klopft“ kannst du kurz innehalten und dein Kind raten lassen, wer vor der Tür steht. Das Ende bleibt offen: Dein Kind darf sich ausdenken, was im Päckchen steckt, oder einfach zuhören und müde werden. Weitere Vorlesegeschichten warten bei den Geschichten, und Sterne und Herzen wie bei Yumi stichst du nach dem Rezept für Einhorn-Weihnachtskekse aus.
Ein Beitrag von Yumi, das Party-Einhorn. Veröffentlicht am .
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Momo dreht den Ausstecher auf dem Teig hin und her, bis möglichst wenig Rest übrig bleibt. Aus 250 g Mehl, 125 g Butter und Zeit im Kühlschrank werden Kekse in Einhornform.
